Aus
Zweifel wird Forscherdrang
Susanne
Schöfer veröffentlicht ein Buch über ägyptische Astrologie
Vom 30.08.2005
Von der
Verweigerin zur Verteidigerin der Astrologie verwandelte sich
die Wiesbadener Autorin Susanne Schöfer im Laufe langer
Recherchen. Ihr erstes Buch bildet eine auf dem während der
letzten 2000 Jahre fast vergessenen altägyptischen Tierkreis
basierende astrologische Typenlehre.
Von
Gabriele C. Jung
Die gebürtige
Duisburgerin beschäftigte sich schon als Jugendliche mit ägyptischer
Mythologie und Religionswissenschaften. Sie wollte
"beweisen", dass Astrologie und Tarot völliger
Quatsch sind. "Wer ge- gen etwas kämpft, muss den Feind
erst einmal kennen lernen", sagte sich Susanne Schöfer.
Da es Anfang der 80er Jahre noch keine Computerprogramme gab,
mit denen man Horoskope erstellen konnte, bedeutete der erste
Schritt in Richtung Astrologie etwas ganz Reales von dieser
Welt, nämlich eine Menge Mathematik.
Sie begann, selbst
Horoskope zu stellen, dazu mussten die Familie und Bekannte
herhalten. Es erstaunte sie, wie viel wirklich zutreffend war.
Dann erstellte sie erstmals für einen ihr unbekannten
Menschen eine astrologische Persönlichkeits-Analyse auf der
Grundlage von Geburtsort, - zeit und -datum. Wieder stimmte
vieles, so dass sie hellhörig wurde, da sie keiner
Beeinflussung ausgesetzt war. In dem Zusammenhang geht sie
auch auf Zeitungshoroskope ein. Sie sind aus ihrer Sicht viel
zu allgemein, weil sie sich nur auf den aktuellen Sonnenstand
und die Planetenaspekte berufen und somit keine individuelle
Aussagekraft möglich ist.
Die Autorin - von
Hause aus Informatikerin und lange als Dozentin in der
Erwachsenenbildung tätig - stieß 1990 per Zufall auf den altägyptischen
Tierkreis. In der Universitätsbibliothek Frankfurt erforschte
sie die Ursprünge der Astrologie und entdeckte dabei ein Bändchen
mit hermetischen Hintergrund
Texten. Dort wurde über
den Historiker Teukros von Babylon (1. Jahrhundert v. Chr.)
berichtet und den von ihm erwähnten Tierkreis. Ihn stellte
Teukros den Zeichen unseres astrologischen Tierkreises gegenüber,
wobei sich verblüffende Ähnlichkeiten bei den Bedeutungen
ergeben. Die Unterschiede wiederum bezeichnet Susanne Schöfer
als interessante Erhellung, insbesondere im Hinblick auf die
psychologisch ausgerichtete Astrologie unserer Zeit.
Die Entdeckung von
Teukros löste das Forschen nach weiterer Literatur über
diesen Tierkreis aus. Ausschlaggebend war für sie das Buch
"Sphaera" (1903) des Altphilologen Franz Boll. Ohne
Astrologe zu sein, erforschte er den Tierkreis. Ihre eigenen
Recherchen erforderten viele Reisen, die anfangs wiederholt
nach Ägypten führten. Heute sind Bibliotheken und Museen in
Berlin, Leipzig, Paris und Rom ihre Ziele.
Das Ur-Manuskript zu
dem Buch "Ägyptische Astrologie" liegt seit Anfang
der 90er Jahre in der Schublade. Doch dann ergab sich ein
Ansporn zur Veröffentlichung. Sie berichtet: "Unsere
Planetennamen gehen auf die römischen Götter zurück. In der
esoterischen Literatur wird immer mal wieder versucht, die
Planeten mit den altägyptischen Göttern in Beziehung zu
setzen. Meistens wird dabei ganz einfach spekuliert, wie es hätte
gewesen sein können. Irgendwann wurmte es mich, dass sich
kaum einer die Mühe machte, darzulegen wie es wirklich war.
Das gilt vor allem für die Tatsache, dass es überlieferte
Texte aus dem alten Ägypten gibt, die die Planetennamen erwähnen.
Ich betreibe keine rein spekulative Esoterik, sondern
orientiere mich dort, wo es möglich ist, an nachprüfbaren
historischen Texten."
In dem Buch werden
nach einer anschaulichen Einführung in die Astrologie alle
Tierkreiszeichen einzeln besprochen und zwar mit den dazu gehörenden
altägyptischen Mythen und ihren Planetenherrschern. Das
Besondere ist, dass die Namen der Planeten so wiedergegeben
werden, wie sie nach den neuesten Erkenntnissen wahrscheinlich
ausgesprochen wurden. Denn auch mit der Sprache befasste sich
die Verfasserin intensiv. Da es aber keine Vokale gab, ist die
authentische Aussprache der Worte nicht mit Sicherheit zu
belegen. Doch es bleibt die Tatsache, das es sich beim dem
"Tierkreis auf Altägyptisch" um einen Bestandteil
der astrologischen Entwicklungsgeschichte handelt. Sie ist
seit jeher auch ein Spiegel der kulturellen und geistigen
Entwicklung des Menschen.
Susanne Schöfer:
"Ägyptische
Astrologie", Spirit Rainbow Verlag Aachen,
208 Seiten, 15,80
Euro,
ISBN 3-937568-37-9