Einen tieferen Zugang entdecken

Susanne Schöfer
Ägyptische Astrologie
Die 12 vergessenen Tiere

Pb., 208 S., Euro-D 15,80 / Euro-A 16,30 / sFr. 28.30
Spirit Rainbow Verlag, D-Aachen 2005

   

Als ich zum ersten Mal den Tierkreis von Dendera aus dem Hathor-Tempel gesehen habe, fragte ich mich, ob denn die Astrologie ihren Ursprung in Ägypten haben könnte. Auf dem Tierkreis von Dendera sind Dekane, Zeichen des astrologischen Tierkreises und Planeten erkennbar. Diese Darstellung geht auf das zweite Jahrhundert vor Christus zurück, als es die Astrologie in Babylon schon gab. Trotzdem existierte im alten Ägypten ein eigenes astrologisches Gedankengut. Aus der altägyptischen Tierkreisdarstellung ist dieses alte, in Vergessenheit geratene Gedanken- und Kulturgut noch zu erkennen.

Um das unbekannte Wissen um den altägyptischen Tierkreis in Erfahrung zu bringen, ist ein Umweg über die Mythologie und Religion der alten Ägypter erforderlich. Susanne Schöfer erläutert in ihrem Buch Ägyptische Astrologie, dass es sich bei den zwölf Zeichen des altägyptischen Tierkreises um die Symboltiere altägyptischer Gottheiten handelt.

Aber was macht dieses Buch für die astrologischen Deutung heute so interessant und relevant? Nicht etwa Ausführungen über wissenschaftliche Erkenntnisse des alten Ägypten – es erlaubt eine neue Dimension in der astrologischen Beratung. Das Verstehen des alten Tierkreises der Ägypter kann uns heute ein Wissen um die Schutzgottheiten zugänglich machen, die zu jedem Tierkreiszeichen gehören. Durch die Mythologie und die Religion der alten Ägypter erhalten wir eine andere, tiefere Dimension im Verständnis des eigenen Tierkreiszeichens und entdecken einen tieferen Zugang zu einer subtilen Ebene des Tierkreises.

Ein lesenswertes und einzigartiges Buch, das dem Verständnis der Kulturen, aber auch dem Verständnis der unterschiedlichen Zeitachsen dient. Sehr interessant sind die Verbindungen der ägyptischen Symbole mit den altägyptischen Tierkreiszeichen. Erstaunlich ist, dass der altägyptische Tierkreis so in Vergessenheit geraten ist, und umso erfreulicher mutet es an, dass Susanne Schöfer dieses Thema so authentisch wiedergibt.

Lydia Wentzel

 

Originaltext unter folgendem Link: http://www.astrologieheute.ch/index.aspx?mySite=Artikel&ArtNr=638

 

Wiesbadener Tagblatt

 

Aus Zweifel wird Forscherdrang

Susanne Schöfer veröffentlicht ein Buch über ägyptische Astrologie


Marmorplatte mit dem Dodekaoros-Tierkreis, den der Historiker Teukros von Babylon beschreibt.


Die Autorin Susanne Schöfer, die im Laufe ihrer Recherchen zur Verteidigerin der Astrologie wurde.
Fotos: privat

Die Titelseite des Buches mit dem Tierkreiszeichen des Hundes, einer Darstellung des Anubis.

Vom 30.08.2005

Von der Verweigerin zur Verteidigerin der Astrologie verwandelte sich die Wiesbadener Autorin Susanne Schöfer im Laufe langer Recherchen. Ihr erstes Buch bildet eine auf dem während der letzten 2000 Jahre fast vergessenen altägyptischen Tierkreis basierende astrologische Typenlehre.

 
Von

Gabriele C. Jung

Die gebürtige Duisburgerin beschäftigte sich schon als Jugendliche mit ägyptischer Mythologie und Religionswissenschaften. Sie wollte "beweisen", dass Astrologie und Tarot völliger Quatsch sind. "Wer ge- gen etwas kämpft, muss den Feind erst einmal kennen lernen", sagte sich Susanne Schöfer. Da es Anfang der 80er Jahre noch keine Computerprogramme gab, mit denen man Horoskope erstellen konnte, bedeutete der erste Schritt in Richtung Astrologie etwas ganz Reales von dieser Welt, nämlich eine Menge Mathematik.

Sie begann, selbst Horoskope zu stellen, dazu mussten die Familie und Bekannte herhalten. Es erstaunte sie, wie viel wirklich zutreffend war. Dann erstellte sie erstmals für einen ihr unbekannten Menschen eine astrologische Persönlichkeits-Analyse auf der Grundlage von Geburtsort, - zeit und -datum. Wieder stimmte vieles, so dass sie hellhörig wurde, da sie keiner Beeinflussung ausgesetzt war. In dem Zusammenhang geht sie auch auf Zeitungshoroskope ein. Sie sind aus ihrer Sicht viel zu allgemein, weil sie sich nur auf den aktuellen Sonnenstand und die Planetenaspekte berufen und somit keine individuelle Aussagekraft möglich ist.

Die Autorin - von Hause aus Informatikerin und lange als Dozentin in der Erwachsenenbildung tätig - stieß 1990 per Zufall auf den altägyptischen Tierkreis. In der Universitätsbibliothek Frankfurt erforschte sie die Ursprünge der Astrologie und entdeckte dabei ein Bändchen mit hermetischen Hintergrund

 

Texten. Dort wurde über den Historiker Teukros von Babylon (1. Jahrhundert v. Chr.) berichtet und den von ihm erwähnten Tierkreis. Ihn stellte Teukros den Zeichen unseres astrologischen Tierkreises gegenüber, wobei sich verblüffende Ähnlichkeiten bei den Bedeutungen ergeben. Die Unterschiede wiederum bezeichnet Susanne Schöfer als interessante Erhellung, insbesondere im Hinblick auf die psychologisch ausgerichtete Astrologie unserer Zeit.

Die Entdeckung von Teukros löste das Forschen nach weiterer Literatur über diesen Tierkreis aus. Ausschlaggebend war für sie das Buch "Sphaera" (1903) des Altphilologen Franz Boll. Ohne Astrologe zu sein, erforschte er den Tierkreis. Ihre eigenen Recherchen erforderten viele Reisen, die anfangs wiederholt nach Ägypten führten. Heute sind Bibliotheken und Museen in Berlin, Leipzig, Paris und Rom ihre Ziele.

Das Ur-Manuskript zu dem Buch "Ägyptische Astrologie" liegt seit Anfang der 90er Jahre in der Schublade. Doch dann ergab sich ein Ansporn zur Veröffentlichung. Sie berichtet: "Unsere Planetennamen gehen auf die römischen Götter zurück. In der esoterischen Literatur wird immer mal wieder versucht, die Planeten mit den altägyptischen Göttern in Beziehung zu setzen. Meistens wird dabei ganz einfach spekuliert, wie es hätte gewesen sein können. Irgendwann wurmte es mich, dass sich kaum einer die Mühe machte, darzulegen wie es wirklich war. Das gilt vor allem für die Tatsache, dass es überlieferte Texte aus dem alten Ägypten gibt, die die Planetennamen erwähnen. Ich betreibe keine rein spekulative Esoterik, sondern orientiere mich dort, wo es möglich ist, an nachprüfbaren historischen Texten."

In dem Buch werden nach einer anschaulichen Einführung in die Astrologie alle Tierkreiszeichen einzeln besprochen und zwar mit den dazu gehörenden altägyptischen Mythen und ihren Planetenherrschern. Das Besondere ist, dass die Namen der Planeten so wiedergegeben werden, wie sie nach den neuesten Erkenntnissen wahrscheinlich ausgesprochen wurden. Denn auch mit der Sprache befasste sich die Verfasserin intensiv. Da es aber keine Vokale gab, ist die authentische Aussprache der Worte nicht mit Sicherheit zu belegen. Doch es bleibt die Tatsache, das es sich beim dem "Tierkreis auf Altägyptisch" um einen Bestandteil der astrologischen Entwicklungsgeschichte handelt. Sie ist seit jeher auch ein Spiegel der kulturellen und geistigen Entwicklung des Menschen.

Susanne Schöfer:

"Ägyptische Astrologie", Spirit Rainbow Verlag Aachen,

208 Seiten, 15,80 Euro,

ISBN 3-937568-37-9